Wegen mutmaßlicher Unterstützung von Umsturzplänen der «Reichsbürger»-Gruppe «Vereinte Patrioten» sind drei weitere Männer verhaftet worden. Wie das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Generalstaatsanwaltschaft München mitteilten, sollen sie sich im Umfeld der Corona-Leugner-Szene ab spätestens März 2022 aktiv an den Plänen zur Errichtung einer Parallelregierung beteiligt haben.
Es handelt sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft um eine Splittergruppe der Vereinigung, die die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplant hatte.
Vorwurf: Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens
Unter anderem sollen die drei beschuldigten Männer sich mit der Führungsriege getroffen und die Übernahme verschiedener Ämter geplant haben. Ihnen wird die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vorgeworfen.
Bei den Festnahmen und der Durchsuchung mehrerer Gebäude in Ober- und Unterfranken sowie in Oberösterreich wurde den Angaben zufolge auch wenige Waffen gefunden. Die Beschuldigten befinden sich in Untersuchungs- beziehungsweise Auslieferungshaft.
Pläne für Entführung und Stromausfall
Bundesweit gab es bereits mehrere Verfahren gegen mutmaßliche Mitglieder und Helfer der «Reichsbürger»-Gruppe «Vereinte Patrioten». Zu ihren Umsturzplänen sollen unter anderem ein länger andauernder und flächendeckender Stromausfall in Deutschland, eine bewaffnete Entführung von Gesundheitsminister Lauterbach während einer live übertragenen Talkshow und die Absetzung von Bundeskanzler Olaf Scholz (ebenfalls SPD) sowie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gehört haben.
Das Oberlandesgericht Koblenz verurteilte vier Rädelsführer Anfang März nach einem fast zweijährigen Prozess zu langen Haftstrafen.
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