Der Ärger um den Video-Schiedsrichter war für Miroslav Klose nur einer von so einigen Aufregern. «Wir haben im eigenen Ballbesitz, wenn wir raus gespielt haben, zu hektisch agiert und falsche Entscheidungen getroffen», bemängelte der Trainer des 1. FC Nürnberg nach dem verdienten 1:2 (1:1) im Heimspiel der 2. Fußball-Bundesliga gegen Hannover 96.
Außerdem hätten ein paar Spieler auf dem Platz «nicht wirklich den besten Tag» gehabt. «Im Großen und Ganzen haben wir zu wenig aus unseren Aktionen gemacht, um einen Punkt mitzunehmen», resümierte Klose.
Justvans Ausgleich zählt nicht
Die Franken kassierten nach vier Heimsiegen am Stück ihre erste Niederlage vor den eigenen Fans. Am meisten empörten sich die Nürnberger aber über den Kölner Keller, der den vermeintlichen Ausgleich zurücknahm. In einer Drangphase der Franken traf Julian Justvan in der 59. Minute, allerdings nach einem Foul von Janis Antiste an Sei Muroya. «Es ist schon bitter 1:2 zu verlieren, auch mit dem Tor, das aberkannt wurde», meinte Mittelfeldspieler Tim Janisch.
Die Nürnberger taten sich lange schwer. Hannover wurde nach einer Eingewöhnungsphase spielerisch immer besser und zeigte cleveres Pressing. Mit einem Kopfball hatte Joshua Knight (21.) die Mega-Chance zur Führung, die Nürnbergs Torwart Jan Reichert auf der Linie reaktionsschnell vereitelte.
Knight bestraft den «Club»
Für die überraschende «Club»-Führung sorgte mit seinem elften Saisontor Stefanos Tzimas (36.), der einen Latten-Abpraller von Antiste per Kopf über die Linie drückte. Enzo Leopold (42.) konterte mit einem perfekten Freistoß für Hannover umgehend.
Als die Franken nach dem Seitenwechsel aufdrehten, bestrafte Knight (57.) im Nachsetzen deren defensive Behäbigkeit. Der Unmut auf den Nürnberger Rängen nach dem zurückgenommenen 2:2 durch Justvan war lautstark. «Ich habe leider nicht mitbekommen, dass im Vorfeld ein Foul war, aber da es mit dem VAR (Video Assistant Referee) angeschaut wurde, wird es schon richtig gewesen sein», meinte Justvan.
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